Medellín
Sonntag, 3. September
Das nächste große Abenteuer beginnt! Nach vielen tollen Wochen in Europa flogen wir im September nach Südamerika. Zum ersten Mal im Leben besuchten wir Kolumbien, wo wir uns in der Stadt Medellín eine Wohnung gemietet hatten.
Medellín hat ca. 2,6 Millionen Einwohner:innen und liegt auf 1500 Metern Höhe von Bergen umgeben in der Region Antioquia in Kolumbien. Die Stadt ist durch ihr ganzjähriges mildes Klima auch als „Stadt des ewigen Frühlings“ bekannt. Während unserer Zeit dort hatten wir auch tatsächlich jeden Tag Sonnenschein und frühlingshaftes Wetter. Abends und Nachts gab es hin und wieder auch starke Regenfälle, die uns jedoch nicht weiter störten. Durch den Regen und das milde aber doch tropische Klima ist die Stadt sehr grün und überall finden sich tropische Pflanzen. Direkt neben unserem Hauseingang stand ein riesiger Mangobaum, an dem bereits viele kleine (noch grüne) Früchte hingen und in den öffentlichen Parks und auf Grünflächen wuchsen wunderschöne tropische Pflanzen, die es in Europa nur als winzige Zimmerpflanzen gibt.
Wir hatten im Vorfeld online so viel Tolles über die Stadt Medellín gelesen, dass wir uns für einen Monat eine Wohnung dort gemietet hatten, um von dort aus zu arbeiten und die Stadt kennen zu lernen. Wir hatten für unseren Monat Kolumbien Medellín als Home-Base ausgesucht, da wir beeindruckt waren von der Wandlung, die die Stadt in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat.
In den 80er und 90er Jahren galt Medellín aufgrund des Drogenkrieges und den rivalisierenden Kartellen als die gefährlichste Stadt der ganzen Welt. Damals explodierten in Medellín fast täglich Autobomben und Menschen wurden auf offener Straße mitten am Tag erschossen. Diese Anschläge richteten sich zwar in erster Linie an Politiker:innen, Anwält:innen und Richter:innen, die aktiv gegen den Drogenhandel im Land vorgehen wollten, aber auch deren Familienmitglieder und Zivilist:innen, die zufällig gerade am falschen Ort waren, wurden regelmäßig Opfer von Anschlägen und Schießereien.
Auch nach dem Tod des berühmten Medellín-Kartell Chefs Pablo Escobar 1993 und der Zerschlagung des Medellin Kartells dauerte es noch einige Jahre, bis die Mordrate in der Stadt kontinuierlich sank. Seit den frühen 2000er Jahren wird in Medellín jedoch aktiv in Infrastruktur, Bildung und Bibliotheken und in den Ausbau öffentlicher Plätze und Parks investiert. In der ganzen Stadt gibt es Kampagnen gegen Gewalt und für mehr Sicherheit. Die verlassenen, unsicheren Plätze und Viertel der Stadt werden aktiv wieder genutzt und belebt. Dies alles trägt dazu bei, dass die Stadt Medellín seit einigen Jahren auch für Touristen als sehr sicher gilt.
Der Drogenhandel ist zwar nicht einfach so verschwunden, sondern stellt nach wie vor in ganz Lateinamerika ein Problem dar. Trotzdem sind die Zeiten von Autobomben und Schießereien mitten in Medellín längst vorbei und als Tourist ist es ungefährlich, sich die Stadt anzuschauen. Da es jedoch immer noch in den meisten lateinamerikanischen Städten ein großes Gefälle zwischen Arm und Reich gibt, sind einige Stadtviertel grundsätzlich sicherer als andere. Als Tourist sollte man sich daher auf jeden Fall vor einer Reise in eine lateinamerikanische Stadt gut informieren, welche Stadtviertel als sicher gelten und dort seine Unterkunft buchen. In den meisten lateinamerikanischen Großstädten ist die größte Gefahr heutzutage ausgeraubt zu werden und dabei Handy und Geld abgeben zu müssen. Hält man sich jedoch in den etwas wohlhabenderen und sicheren Vierteln der Stadt auf, die meistens auch touristisch erschlossener sind, kann man auch diese Gefahr minimieren.
Wir haben in Medellín in dem etwas gehobeneren Wohnviertel „Laureles“ gewohnt, wo wir uns auch als Touristen frei bewegen konnten und uns sehr sicher gefühlt haben.