Mercado San Pedro ​

Die einfachste Art und Weise in einer lateinamerikanischen Stadt in den Alltag einzutauchen, ist es, den lokalen Markt zu besuchen und dort einzukaufen.

In Cusco gingen Christoph und ich häufig zum „Mercado San Blas“, einem kleinen Markt nur wenige Minuten von unserer Wohnung entfernt. Dieser Markt war zwar auch toll, aber wirklich winzig. Wann immer wir etwas mehr Zeit hatten und mehr einkaufen mussten, besuchten wir den großen Markt „Mercado San Pedro“ am anderen Ende der Stadt. Der Markt befindet sich in einer einstöckigen, überdachten Halle, wo die Marktstände in geordneten Reihen aufgebaut sind. Anders als in Deutschland sind die Marktstände streng nach Kategorie angeordnet. Es gibt im Markt eine Straße, in der alle Brotverkäuferinnen ihre Stände haben, eine Straße, in der die Gemüsehändlerinnen zu finden sind, eine Straße, in der an jedem Stand nur Käse verkauft wird usw. Da der San Pedro Markt sehr groß ist, fand man immer alles, was man suchte, und das an mehreren Ständen.

Wir freuten uns besonders, die Käsestraße gefunden zu haben. Zu dieser Zeit waren wir bereits seit sechs Monaten in Lateinamerika und so sehr wir es hier liebten, gab es eine Sache, die uns fehlte: gereifter Käse. In allen lateinamerikanischen Länder, in denen wir bisher waren, gab es sehr guten weißen, frischen Käse, der nicht gereift war und ungefähr die Konsistenz von Feta hatte. Geschmacklich waren diese Arten „Queso fresco“ sehr sehr mild, da sie eben nicht gereift und auch nicht in Salz eingelegt wurden. Obwohl wir die Käsesorten auch mochten, vermissten wir ein wenig gelben Hartkäse. Als wir die Käsestraße im Markt entdeckten, sahen wir unzählige gelbe kleine Käselaibe dort liegen und ließen uns sofort am erstbesten Stand beraten. Hier wurden ausschließlich lokal hergestellte Butter und Käsesorten verkauft. Etwas stutzig machten uns die Bezeichnungen der Verkäuferin, die die verschiedenen Käsesorten „Parmesan“ nannte. Nach einem kurzen Geschmackstest war sofort klar, dass diese Bezeichnung zwar absolut falsch war, aber dass der verkaufte Käse zumindest wie ein gereifter Gouda schmeckte. Das war mehr Käsegeschmack, als wir in den vergangenen sechs Monaten in Lateinamerika hatten und daher waren wir sehr glücklich über unseren Einkauf. In den folgenden Wochen kauften wir mehrfach unseren Käse hier ein und freuten uns, diesen Stand in Markt gefunden zu haben.

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