Lago Titicaca ​

Nach drei Wochen Cusco und vielen wunderschönen Wanderungen in den Anden, ging es für uns weiter an den nächsten Ort unserer Reise. Cusco liegt im Süden Perus, daher bot es sich an, von dort weiter nach Süden, nach Bolivien, zu fahren.

Freitag Abend stiegen wir mit all unserem Gepäck in einen komfortablen Nachtbus, der uns in 12 Stunden über die Grenze nach Bolivien in das kleine Dorf „Copacabana“ brachte. Das Dorf war unser Ziel, da es direkt am Titicaca-See liegt und man von dort eine Fähre auf die Inseln des Sees nehmen kann.

Am nächsten Tag kamen wir wohlbehalten in Copacabana an, besorgten uns ein Ticket für die Fähre und saßen eine halbe Stunde später schon auf der „Fähre“, die eigentlich eher ein kleines Boot war. Der „Lago Titicaca“, der Titicaca-See ist der höchste befahrbare See der Welt und befindet sich auf 3800 Metern Höhe. Der See ist so riesig, dass es sich wenn man am Ufer steht, eher wie ein Meer, als wie ein See anfühlt. Von der bolivianischen Seite aus gibt es zwei Hauptinseln, die man besuchen kann: die größere der beiden ist die Isla del Sol und die kleinere die Isla de la Luna. Da es auf der Isla del Sol eine für uns schönere Unterkunft gab, hatten wir dort ein Zimmer gebucht.

Die Überfahrt mit dem Boot von Copacabana aus dauerte knappe zwei Stunden. Während der Fahrt genossen wir den wunderschönen blauen See, die grünen Berge drumherum und die Ruhe, die einen auf dem Wasser umgab. Angekommen auf der Insel waren wir erstmal sehr überrascht, wie steil die Insel war und wie steil es vom Hafen hinauf zu den Gästehäusern ging. Weil es auf der gesamten Insel keine Straßen, keine Autos und auch sonst keine motorisierten Fahrzeuge gibt, blieb uns nichts anderes übrig, als die vielen Treppenstufen zum Gästehaus zu Fuß hinaufzulaufen. Eigentlich für uns kein Problem, wären da nicht unser schweres Gepäck und die knapp 4000 Höhenmeter gewesen, die das Atmen und Gehen beschwerlich machten. Wir beschlossen kurzerhand, das Angebot von den Inselbewohnern anzunehmen und ließen uns von einem der Bauern und seinem Esel helfen, unser vieles Gepäck zu unserem Zimmer zu bringen. Der Aufstieg vom Hafen zum Gästehaus dauerte trotzdem eine knappe halbe Stunde und wir waren froh, endlich angekommen zu sein. Die Besitzerin des Gästehauses, eine liebe bolivianische ältere Dame, begrüßte uns herzlich und brachte uns zu unserem Zimmer. Von dort aus hatten wir den besten Ausblick überhaupt auf den in der Sonne glitzernden Titicaca-See.

Den Rest unserer Zeit auf der Insel verbrachten wir hauptsächlich damit, die Insel zu erkunden, spazieren zu gehen und den einzigartigen Ausblick über die Insel und auf den See zu genießen. Dadurch, dass nur sehr wenige Menschen auf der Insel leben und es dort keine motorisierten Fahrzeuge gibt, herrschte dort eine unglaubliche Ruhe, die wir nirgendwo sonst auf der Welt so erlebten. Wir konnten leider nur ein Wochenende auf der Isla del Sol verbringen — das nächste Mal bleiben wir auf jeden Fall länger!

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