Feigen
Montag, 3. Juli
Grottole befindet sich im Süden Italiens in der Basilicata Region. Das Dorf ist umgeben von grün bewachsenen Hügeln, Feldern und Olivenhainen. Und noch nie in meinem Leben habe ich so viele Feigenbäume gesehen wie in Grottole.
Die Feigenbäume stehen im ganzen Dorf verteilt und gefallen mir besonders gut aufgrund ihrer schön geformten Blätter. Bei unserer Ankunft in Grottole Mitte Juni waren die Bäume bereits voller unreifer kleiner Feigen und kurz vor unserer Abreise einige Wochen später, konnten wir dann tatsächlich noch die ersten reifen Feigen genießen! Insgesamt merken wir in Grottole immer wieder, wie hoch die Qualität der Lebensmittel hier ist. Teilweise ist die Auswahl hier im Dorf natürlich etwas begrenzter als wir es aus den riesigen Supermärkten in Hamburg kennen, aber dafür ist Obst und Gemüse hier in Grottole besonders frisch, saisonal und regional.
Im Gespräch mit Michela und Silvio, unseren Projektleitern vor Ort im Dorf, erfuhren wir, dass es hier im Grottole auch ganz normal ist, dass jede Familie einen eigenen Olivenhain besitzt und selbst, für den Eigenbedarf, Olivenöl herstellt. Unvorstellbar für uns Deutsche, die ihr Olivenöl ausschließlich aus dem Supermarkt beziehen. Laut Michela müssen so die meisten Familien im Dorf nie Olivenöl kaufen, weil sie ihre Familie selbst mit eigens hergestelltem Olivenöl versorgen. Dasselbe gilt hier für Wein: so gut wie jede Familie besitzt zumindest einen kleinen Weinberg in der Region. Aus der Ernte wird Naturwein hergestellt, der ebenfalls nur für den Eigenbedarf produziert wird und die Familie bis zur nächsten Ernte mit Wein versorgt.
Ob Olivenöl, Wein oder frisches Obst und Gemüse: im Dorf ist das „Farm to Table“ Prinzip nicht nur ein Konzept, sondern wird hier richtig gelebt. Und das schmeckt man auch!