Bar Trattoria Quaranta ​

Da es in Grottole im Sommer besonders viel frisches Gemüse zu kaufen gibt, kochten Christoph und ich während unserer Zeit im Dorf viel zu Hause. Obwohl das Dorf recht klein ist, gibt es in Grottole aber auch ein paar Restaurants, von denen die „Bar Quaranta“ unser Favorit war. Wenn wir also mal nicht selbst kochten, gingen wir zur Bar Quaranta zum Abendessen.

Das Restaurant befindet sich unten im Dorf und gehört dem lieben Ehepaar Elena und Tonio. Vormittags kann man hier auf der kleinen überdachten Terrasse vor dem Haus gemütlich einen guten italienischen Espresso trinken, abends gibt es hier auch Abendessen. Die Bar Quaranta ist, abgesehen von wenigen Stunden nachmittags zur Siesta, den ganzen Tag geöffnet und ist ein zentraler Treffpunkt im Dorf für einen Kaffee oder ein Bier. Der Innenbereich der Bar Quaranta besteht aus zwei großen Räumen.

Im ersten Raum befindet sich die eigentliche Bar mit Kaffeemaschine, Kasse und Kühlschrank mit Getränken. Hier bestellt man sein Getränk und setzt sich damit dann an einen der einfachen quadratischen Cafétische. Kommt man jedoch zum Abendessen in die Bar Quaranta, sagt man der Person hinter der Bar im Vorbeigehen schnell Bescheid, dass man gerne Abendessen möchte, durchquert den ersten Raum und setzt sich im zweiten Raum angekommen, an einen der Tische.

Der zweite Raum ist eingerichtet wie wir uns das Wohnzimmer einer italienischen Oma vorstellen würden. Die Wände sind rosa tapeziert und mit Marienbildern und Holzkreuzen geschmückt. Schrankwände aus dunklem Holz, in denen Gläser und Karaffen aufbewahrt werden, stehen an den Wänden. Die Tische sind liebevoll gedeckt – Servietten, Besteck und bunte Teller stehen auf zwei übereinander liegenden Tischdecken in blau und hellgrün mit Blumenmuster bereit.

Sobald man sich hingesetzt hat, kommt schon Tonio angerannt, nimmt die Getränkebestellung auf (natürlich nur auf Italienisch) und bringt eine Schale Oliven und etwas salziges Gebäck an den Tisch. Dann kommt der für uns herausforderndste Teil des ganzen Abends: in der Bar Quaranta gibt es keine Speisekarte. Die Speisekarte ist hier die Besitzerin Elena selbst, die an jeden Tisch kommt und erzählt, was es heute zu Essen gibt. Natürlich nur auf Italienisch. Ihr könnt euch also vorstellen, wie schwierig es jedes Mal für uns war, Elenas Aufzählungen auf Italienisch erst zu verstehen und dann auch noch spontan sich für eines der Gerichte zu entscheiden! Wir suchten uns immer schnell eines der Gerichte aus, trotzdem gab es bei jeder Bestellung ein Restrisiko, versehentlich etwas ganz anderes als gedacht bestellt zu haben!

Grundsätzlich gibt es bei Elena jeden Abend gemischte Antipasti, zwei oder drei verschiedene Pasta-Gerichte und zwei verschiedene Fleischgänge zur Auswahl. Traditionell italienisch wäre es wohl gewesen, alle drei Gänge (Antipasti, Pasta und Fleischgang) zu bestellen und wie in Italien üblich, nacheinander zu essen. Uns schien das jedoch immer etwas zu viel, weshalb wir meistens Antipasti und „Primo“ (Pasta) oder Pasta und den „Secondi“, also den Fleischgang, bestellten. Alle Gerichte, die wir dort probierten, waren super lecker und frisch zubereitet. Die Antipastiauswahl war bei jedem unserer Besuche eine andere, bestand aber meistens aus verschiedenen Aufschnitten, verschiedenem Käse, frischen Mozarellabällen und eingelegtem Gemüse. Da wir schon vermuteten, dass bei Elena Abendessen dasselbe bedeutet wie bei meinen schwäbischen Omas zu Abend zu essen (das heißt es gibt jedes Mal viel zu viel Essen und man wird ständig aufgefordert, noch einen Teller zu essen), waren wir klug genug, uns einen Teller Antipasti zu teilen, anstatt wie sonst üblich, jeder seinen eigenen Teller Antipasti zu bestellen. Elena nahm unsere Bestellung zwar auf, aber reagierte so, wie es auch meine Omas machen würden: Statt zwei Tellern Antipasti schaffte es zwar tatsächlich nur ein Teller Antipasti an unseren Tisch, dieser war dafür aber umso großzügiger beladen!

Unser kulinarisches Highlight in Grottole war jedoch trotzdem Elenas frische Pasta. Diese gibt es in der Bar Quaranta jeden Abend, meistens mit zwei verschiedenen Soßen zur Auswahl. Egal ob Pasta mit knusprig frittierten Paprikaschoten und gutem Olivenöl oder der Klassiker: frische Tomatensoße und perfekt gewürzte Hackfleischbällchen – jedes Pastagericht in der Bar Quaranta war ein Hit! Allein wegen Elenas leckerer Pasta, getoppt mit frisch geriebenem Parmesan, lohnt es sich unserer Meinung nach, den Weg nach Grottole auf sich zu nehmen!

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