Laguna Cebolla ​

Eine besondere Wanderung, die wir auf der chilenischen Seite Patagoniens unternahmen, war die zur „Laguna Cebolla“ im Torres del Paine Nationalpark.

Obwohl wir wochenlang unsere Patagonienreise geplant hatten und uns sehr ausführlich informiert hatten, hatten wir nirgendwo zuvor von dieser Wanderung gelesen. Wir erfuhren von der Lagune nur zufällig durch einen Park-Ranger im Nationalpark, der uns nicht zu der von uns eigentlich geplanten Wanderung zuließ, da es in der Nacht überraschend geschneit hatte und wir keine Skistöcke dabei hatten. Die Park-Rangerin empfahl uns dann alternativ die Wanderung zur Laguna Cebolla, weil diese tiefer lag und dadurch nicht von Schnee bedeckt war. Wir fuhren mit unserem Mietwagen also weiter bis zum angegebenen Parkplatz und starteten unsere Wanderung dort.

Der Weg zur Laguna und zurück war jedoch wieder einmal unfassbar schön und es war der sonnigste und wärmste Tag, den wir in Patagonien erlebten. Die Wanderung führte die ersten Stunden am Ufer eines Sees vorbei, von dem aus man einen perfekten Blick auf das Wahrzeichen des Torres del Paine-Nationalparks hatte: die drei markanten Felsformationen, die „Die drei Türme“ genannt werden. Der Blick vom Ufer auf die Spiegelung der Berge war so perfekt, dass es fast surreal wirkte. Wir folgten dem sehr schmalen Wanderweg, bergauf und bergab, über Wiesen und durch kleine Wälder. Die einzigen Geräusche, die man hörte, kamen von grünen Papageienschwärmen, die über uns hinweg flogen, sich auf die Bäume niederließen und dann wieder weiterzogen. Die Wanderung an sich war nicht besonders schwierig, aber der Weg zur Lagune dauerte durch das ständige auf und ab dann doch länger als anfangs erwartet. Die Park-Rangerin hatte uns gesagt, es seien nur 11 Kilometer. Viel später stellte sich dann jedoch heraus, dass es 11 Kilometer in eine Richtung waren und damit vom Parkplatz zur Lagune und wieder zum Parkplatz zurück (da wir ja wieder unser Auto abholen mussten), ganze 22 Kilometer! Zu diesem Zeitpunkt waren wir dann jedoch schon so lange unterwegs, dass wir auch nicht mehr umkehren wollten und schafften es dann tatsächlich zur Laguna. Dort machten wir eine Pause und ein kleines Picknick und genossen die Ruhe und den Blick auf die Berge. Später machten wir uns wieder auf den Rückweg, da wir nun wussten, dass uns nochmal 11 Kilometer Rückweg erwarteten. Die Wanderung war sehr schön und sehr besonders, da wir auf dem gesamten Weg hin und zurück keine einzige andere Person trafen. Wir waren also vollkommen alleine in der atemberaubenden Natur Patagoniens und hatten einen unvergesslichen Tag!

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