Parque Nacional Huascarán ​

Nach einer Woche in Huaraz, in der wir uns langsam an die Höhe gewöhnt hatten, ging es für uns am Wochenende los zu unserer ersten Tageswanderung.

Die Stadt Huaraz liegt zwar mitten in den Anden auf 3000 Metern Höhe — die wirklich schönen Wanderstrecken starten allerdings viele Kilometer weiter. Da die Anden und die Höhe auch nach Akklimatisierung nicht unterschätzt werden dürfen, sollte man sich nicht alleine, sondern nur mit Guide in die Berge begeben. Wir ließen uns in der Stadt Huaraz beraten und buchten schließlich eine Gruppen-Tagestour zu einer der vielen wunderschönen Lagunen im Nationalpark „Huascarán“. Der Touranbieter stellte nicht nur einen erfahrenen Guide, sondern organisierte auch den Transport zum Eingang des Nationalparks und wieder zurück nach Huaraz.

Weil man zum Eingang des Nationalparks mehrere Stunden mit dem Bus fahren musste, startete unser Tag schon früh morgens und der Tourbus holte uns um kurz vor 05.00 Uhr morgens zu Hause ab. Zusammen mit einer kleinen Gruppe aus Peruaner:innen fuhren wir erstmal mehrere Stunden durch kleine Andendörfer hindurch und immer höher in die Berge. Immer wieder waren schneebdeckte Berggipfel zu sehen und schon die Aussicht aus dem Bus war wunderschön! Nach einem kurzen Frühstücksstopp fuhren wir nochmal weiter, bis wir schließlich den Eingang zum Nationalpark erreicht hatten. Um uns herum waren überall riesige Felsen, saftig bewachsene Wiesen und moosbewachsene Bäume. Die Landschaft sah aus wie in einem Märchenwald.

Angekommen auf unfassbaren 3800 Meter Höhe verließen wir den Bus und starteten die Wanderung. Schon nach wenigen Metern machte sich die Höhe bemerkbar und man war viel schneller außer Atem, als man es auf niedrigerer Höhe gewesen wäre. Die erste Stunde der Wanderung liefen wir durch eine flache, grüne Wiesenlandschaft und folgten dem kleinem Fluss, der vor sich hin plätscherte. Langsam führte der schmale Pfad dann immer höher den Berg hinauf. Obwohl alle Wege recht befestigt waren, wurde es mit zunehmender Höhe immer anstrengender. Die Landschaft um uns herum war jedoch so besonders und einzigartig, dass sich alle Anstrengung lohnte! Je höher wir liefen, desto kälter wurde es auch. Während wir unten, am Start der Wanderung noch im Pullover losgingen, zogen wir uns im Laufe der Wanderung immer mehrere Schichten Pullover und Jacken an. Immer wieder machten wir kurze Pausen um durchzuatmen, dann gin es wieder weiter. Die letzte halbe Stunde des Aufstiegs war mit großem Abstand der steilste, höchste und dadurch auch anstrengendste Teil der Wanderung. Nach etwas mehr als drei Stunden hatten wir auch den letzten Teil geschafft und kamen endlich bei der unfassbar blauen Lagune, unterhalb eines Gletschers, an. Wir freuten uns riesig, den Aufstieg so gut geschafft zu haben, der nur durch unsere einwöchige Akklimatisierung an die Höhe so problemlos und ohne Symptome der Höhenkrankheit verlaufen war. Nun befanden wir uns auf 4600 Metern Höhe, wo wir uns erstmal hinsetzten und den beeindruckenden See bewunderten. Wenige Minuten später, nachdem sich unsere Atmung etwas beruhigt hatte, wurde es jedoch sehr kalt und man spürte die 4600 Metern Höhe und den Schnee und das Eis um uns herum. Wir tranken eine Tasse heißen Tee, den wir uns in einer Thermoskanne mitgebracht hatten und kurz danach brachen wir auch schon zum Rückweg auf. Ein paar Stunden später saßen wir dann im Bus zurück in die Stadt. Fix und fertig von der Wanderung, aber dankbar, diesen tollen Tag erlebt zu haben.

Alle Einträge