Picarones Rica Miel
Montag, 5. Februar
Wir verließen Lima am Abend und fuhren mit dem Nachtbus in die nächste Stadt unserer Reise: Huaraz. Obwohl die Stadt Huaraz nur ca. 300 km (Luftlinie) von Lima entfernt ist, benötigt man mit dem Bus acht bis zehn Stunden, da Huaraz in den Anden auf 3000 Metern Höhe liegt.
Die Fahrt in die Berge mit Peru’s bestem Busunternehmen „Cruz del Sur“ war sehr komfortabel und wir konnten überraschend gut und gemütlich schlafen. Am frühen Morgen kamen wir in Huaraz am Busterminal an und fuhren direkt in unser Airbnb, das wir für die nächsten Wochen gemietet hatten. Die nächsten Stunden verbrachten wir damit, unsere Koffer auszupacken und durch die Stadt zu schlendern, um erstmal anzukommen.
Da Lima direkt am Meer und somit quasi auf Meereshöhe liegt, legten wir mit unserer Fahrt im Nachtbus innerhalb weniger Stunden 3000 Höhenmeter zurück und mussten uns in Huaraz zuerst an die Höhe gewöhnen. Bei einem solchen Anstieg ist es normal, leichte Symptome der Höhenkrankheit zu haben, wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder leichte Übelkeit. Zum Glück hielt sich beides bei uns in Grenzen. Wir tranken viel Coca-Tee, der hilft, sich an die Höhe zu gewöhnen, und machten kleine Spaziergänge durch die Stadt.
Der Grund, warum wir überhaupt nach Huaraz gefahren waren und die nächsten Wochen von hier aus arbeiten würden, war der in der Nähe liegende „Huascarán-Nationalpark“, wo wir wandern gehen wollten. Die Stadt Huaraz diente uns also nur als Base, um uns einige Tage an die extreme Höhe gewöhnen zu können, bevor wir zu unserer Wanderung am Wochenende aufbrechen würden. Die Höhe der peruanischen Anden darf man nicht unterschätzen — im schlimmsten Fall kann die Höhenkrankheit auch tödlich sein. Vor einer anstrengenden Wanderung in den Anden muss man sich also so lange wie möglich davor in der Höhe akklimatisieren. Huaraz selbst ist eine recht einfache Kleinstadt in den Anden und gehört nicht zu den schönsten Städten des Landes. Ein Besuch nur der Stadt wegen lohnt sich eher nicht.
Wir verbrachten die erste Woche in Huaraz mit Arbeiten am Tag und durch die Stadt Schlendern am Abend. Durch die Höhe war es morgens und ab Nachmittags sehr kalt, sodass wir froh waren, das Café „Rica Miel“ entdeckt zu haben. Das Café war spezialisiert auf ein Gericht und so gab auch nur das eine Gericht auf der Karte: „Picarones“. Picarones sind süße, peruanische Donuts aus Hefeteig und Kürbis, die erst frittiert und dann auf dem Teller, mit Sirup übergossen werden. Diese peruanischen Donuts sind immer und überall lecker, besonders lecker sind sie jedoch an einem kalten Abend in den Anden auf 3000 Metern Höhe!